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Die Geschichte der
Population Control Norns
von Marcus
Es begann alles, als Geatimmo (seine Geschichte steht bei den Shee) in
seinem Bordcomputer herumstöberte, um etwas gegen seine Langeweile zu
finden.
Schon bald entdeckte er etwas, nämlich ein altes Shee Raumschiff, das
schon seit 392 albianischen Jahren durch die Galaxie trieb. Jetzt musste
er nur noch die Adresse in den Warp eingeben, und schon konnte es
losgehen!
Kaum angekommen fragte er sich, ob hier nach so vielen Jahren überhaupt
noch jemand war... Diese Frage stellte er nicht ohne Grund, denn dieses
Raumschiff war total heruntergekommen, was nach so langer Zeit natürlich
nicht verwunderlich war. Doch eigentlich hatte das ja nicht viel zu
sagen.
Bevor Geatimmo nun mit seiner Erkundungstour begann, wollte er wissen,
was auf diesem Raumschiff überhaupt noch funktionierte. Deshalb ging er
erst einmal in die Kommunikations- und Steuerzentrale. Als er sich die
Aufzeichnungen anschaute, wurde ihm schnell klar, dass die Chancen, hier
ein paar Norns zu finden, klein waren, denn ein Futterautomat nach dem
anderen ging kaputt. Zwar gab es noch andere Nahrungsquellen, aber eine
normale Nornpopulation hätte das im Nu aufgegessen und würde dann
verhungern müssen. Doch da es hier keinen Nornsensor gab, wusste Geatimmo
nichts Genaues und musste darum gezielt nachschauen.
Zuerst begab er sich in das Nornmeso, doch dort war nichts, außer ein
paar abgenagten Brombusrohrpflanzen. Waren hier etwa doch noch lebende
Norns? Oder nur ein gefräßiger Grendel? Es gab nur einen Weg, das
herauszufinden - Geatimmo musste auch noch im Rest des Schiffes nachschauen.
Als nächstes ging er in den Dschungel, um festzustellen, ob dort ein
Grendel hauste und vielleicht ein paar Norneier gehortet hatte... Das
würde Geatimmo eine Menge Arbeit ersparen. Als er dort eintrat, erschrak
er, weil der ganze Dschungel zugewuchert war, nicht einmal ein
Trampelpfad war zu sehen. Er musste sich mühsam durch das Unterholz kämpfen,
aber er wusste, hier musste irgendwo ein Wesen sein, denn er hörte
dauernd irgendeine Mischung aus Nornisch, Grendelisch und ein paar normalen
Wörtern. Dies kommt nur vor, wenn Norns und Grendels zu lange zusammen
sind. Es wurde immer lauter und hörte sich so an, als ob sie sich
gegenseitig drohen. Deshalb hatte sich wohl eine Sprache entwickelt, die beide
verstehen, damit sie nicht dauernd aufeinander einschlagen müssen, um
sich verständlich zu machen.
Plötzlich sah er sie nun vor sich: ein weißes Nornmännchen mit Flecken
und Streifen und einen ausgewachsenen Grendel. Sie schienen sich um ein
Nornnest mit drei Eiern zu streiten. So etwas hatte Geatimmo noch nie
gesehen, denn entweder kämpften oder flüchteten sie, aber so einen "Beschützerinstinkt" kannte er bei Norns nicht! Wahrscheinlich waren es nicht
einmal die eigenen Eier des Norns, aber der Eiergeruch hatte den Instinkt
wohl aktiviert.
Durch diesen Beschützerinstinkt wurde Geatimmos Sammlerleidenschaft
geweckt. Diese Nornart musste er haben!!! Deshalb wartete er, bis der
Grendel zu schlagen begann, und eine richtige Schlägerei ausbrach. In diesem
Augenblick waren beide abgelenkt, und Geatimmo schnappte sich die drei
Eier. Danach schaute er sich den Kampf noch ein kleines Weilchen an: Der
Grendel tätigte zwar ganze Salven von Schlägen hintereinander, doch der
Norn schien mit jedem Schlag stärker zu werden. Zuerst schlug er ihn ins
Gesicht, was dem Grendel nichts ausmachte, dann in die Magengrube. Der
Grendel musste kurz ruhen, bevor er wieder zuschlagen konnte. Doch dann
kam wieder ein Schlag ins Gesicht, dieser schleuderte den Grendel ein paar
Schritte zurück. Da wurde Geatimmo klar, dass er schleunigst von hier weg
musste, denn er wollte nicht einmal daran denken, was der Norn mit ihm
machen würde, wenn er erwischt würde.
So schnell er konnte schlich er sich durch den dichten Dschungel, was ihm
nicht besonders gut glückte. Als er es dann geschafft hatte, wollte er
noch im Nornterrarium vorbeischauen. Gesagt - getan. Als er aber dort war,
staunte er nicht schlecht, denn er erblickte das genaue Gegenteil des
Dschungels! Hier waren die meisten Pflanzen tot, und es hingen nur noch
vereinzelt Früchte in den Bäumen. Es gab einfach zu wenig Nahrung, als
dass hier Norns überleben konnten. Doch als er sich genauer umschaute,
sah er einen Norn - es war wieder ein weißer mit Flecken und Streifen. Er
erkannte nach genauerem Hinsehen sogar fünf Stück. Geatimmo hätte nie
gedacht, dass hier so viele Norns überleben konnten.
Er begriff jedoch schnell, wie sie es geschafft hatten, denn sie wanderten
dauernd von einer Futterquelle zur anderen. Sie verschlangen die Nahrung
auch nicht so wie die meisten anderen Norns. Darum dachte Geatimmo: "Diese
Norns müssen mehr Nährstoffe aus der Nahrung holen als die meisten anderen
Wesen." Dann näherte er sich ihnen ganz vorsichtig, denn er wusste ja, wie
entschlossen sie ihr Nest verteidigen konnten. Doch er wollte wissen, ob
diese Norns immer so waren.
Jetzt war er nah genug herangekommen, um zu sehen, dass dies eine Gruppe
von drei weiblichen Erwachsenen, einem männlichen Heranwachsenden und
einem frischgeschlüpften Männchen war. Nun hatte er ein kleines bisschen
mehr Hoffnung, dass diese Norns etwas friedlicher als die ausgewachsenen
Männchen sein könnten, doch er blieb weiter vorsichtig.
Plötzlich trat er auf einen der abgestorbenen Äste, die hier in Massen
herumlagen. Das Nornrudel schaute gespannt in Geatimmos Richtung. Was würde
passieren? Geatimmo wusste es nicht und rührte sich nicht von der Stelle,
das Nornrudel rührte sich auch nicht. Geatimmo fragte sich, ob diese Norns
ihn vielleicht gleich anspringen würden, weil er ihr Revier betreten hatte.
Sie blieben eine ganze Weile so stehen, keiner machte auch nur die
geringsten Anstalten sich zu bewegen.
Doch dann passierte etwas, mit dem nicht einmal Geatimmo gerechnet hatte!
Einer der Norns fiel auf einmal um, es war das kleine Nornmännchen. Da
Geatimmo das nicht einfach tatenlos mit ansehen konnte, und die anderen Norns
das ignorierten, rannte er zu dem Kleinen und schaute, was mit ihm los war.
Als er jedoch bei ihm war, merkte er schnell, dass seine Angst vor den
anderen unbegründet war, denn diese hatten sich nämlich schon hinter Bäumen,
Büschen und Steinen versteckt. Die anderen Norns konnten ihm im Moment aber
gerade egal sein, jetzt zählte nur das Wohl des kleinen Norns!!!
Dieser schlief tief und fest, aber Geatimmo erkannte sofort, dass der
Kleine krank war. Er begriff auch bald, was er hatte - eine Zyanidvergiftung!!!
(Wahrscheinlich hatten hier vor langer Zeit einmal Toxic Norns gelebt, die
es vergessen hatten.) Da Geatimmo leider kein Heilmittel gegen Zyanid dabei
hatte und auf diesem Schiff auch keines reproduzieren konnte (vergesst nicht,
hier war fast alles kaputt), konnte er nur hoffen und für den Kleinen beten.
Seine Chancen standen sehr schlecht, überhaupt die nächsten zehn Sekunden zu
überleben!!!
Geatimmo wollte jedoch so lange warten, bis der kleine tot war, und falls er
noch aufwachen sollte, wollte Geatimmo ihm jeden Schmerz ersparen. Aber
Geatimmo hatte sich gewaltig verschätzt, aus den Sekunden wurden Minuten und
aus den Minuten Stunden. Dann machte der Norn auf einmal seine kleinen Augen
auf und rannte los, um sich die nächste Mahlzeit einzuverleiben. Er musste
ganz schön hungrig sein! Geatimmo wunderte sich, dass der Kleine das überhaupt überlebt hatte, aber er freute sich darüber.
Er reparierte noch ein paar Futterautomaten, schnappte sich seine drei Eier,
die er erbeutet hatte, und verschwand. Wie sich später herausstellte, war
das genau der richtige Zeitpunkt gewesen, denn sobald er das Warpportal
durchschritten und geschlossen hatte, schlüpften aus den Eiern drei süße,
kleine Nornbabys. ;-)
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